Karpfen

andere Namen:
Wildkarpfen (Abb. r.u.), Springkarpfen, Flußkarpfen, Moorkarpfen, Lederkarpfen, Zeilenkarpfen, Spiegelkarpfen (Abb. o.), Nacktkarpfen, Schuppenkarpfen (Abb. u.l.)
wesentlichste Merkmale: hochrückige, gedrungene und füllige Körperform, Buckel nach dem Kopf, lange Rückenflosse, endständiges, unbezahntes und vorstülpbares Maul, 4 Barteln (2 auf der Oberlippe und je 1 in den Maulwinkeln)
Lebensräume: Der Karpfen bevorzugt warme, stehende oder langsam fließende Gewässer mit Pflanzenwuchs und weichem Bodengrund. Er ist relativ unempfindlich gegenüber Schwankungen des pH-Wertes und des Sauerstoffgehaltes.
Sowohl Schuppen- als auch Spiegelkarpfen sind bei uns in den Binnengräben und im Teich zu finden.
Nahrung: Als Nahrung dienen vorwiegend Bodentiere (Würmer, Schnecken, Muscheln, Kleinkrebse, Insektenlarven), die durch Vorstülpen des Maules aufgenommen werden.
Größe: die mittleren Größen liegen bei 35 bis 50 cm mit 2 bis 3 kg Gewicht, Längen von 120 cm und Gewichte über 25 kg sind möglich
Alter: unter guten Bedingungen kann der Karpfen über 40 Jahre alt werden
Mindestmaß: 40 cm
Fangbegrenzung: pro Tag max. 2 Fische
Schonzeit: keine
Tagsüber ist er scheu und hält sich meist in tieferen Gewässerbereichen oder in Verstecken auf, um erst bei Einbruch der Dämmerung aktiv zu werden.
Die Laichzeit des Karpfens fällt in die Zeit von Mai - Juli bei Temperaturen von 18 - 20 ° C. Die ca. 1 mm großen Eier (100.000 - 200.000/kg Körpergewicht) werden in flachen Uferbereichen unter heftigen Laichspielen an Wasserpflanzen angeklebt.
Die Wildform des Karpfens (Schuppenkarpfen) war ursprünglich nur in den Flusssystemen des Schwarzen und Kaspischen Meeres beheimatet. Der Karpfen wurde schon im Altertum vom Menschen weiter verbreitet und ist heute in ganz Europa - mit Ausnahme Skandinaviens - zu finden. Die Stammform des Karpfens hat einen kräftigen, walzenförmigen Körper und eine lange Rückenflosse, während die Afterflosse kurz ist. Um das Maul stehen vier fleischige Bartfäden. Kreuzungen zwischen Karpfen und Karausche haben meist nur zwei Barteln. Seitlich ist er goldgelb bis braun, auf dem Rücken dunkler, am Bauch weißgelb. Paarige Flossen und Schwanzflosse sind gewöhnlich rötlich, die Rückenflosse ist graublau.
Der Wildkarpfen wächst wesentlich langsamer als seine Kulturformen, doch hängt das ebenfalls von der Temperatur und der Länge der Vegetationsperiode ab. Unter mitteleuropäischen Bedingungen erreicht er im vierten Lebensjahr etwa 35 cm Länge und ein Gewicht von einem Kilo, mit 15 Jahren wird er 60 cm lang und wiegt 4 kg. Er erreicht seine Geschlechtsreife mit 4-5 Jahren. Ende Mai und im Juni laicht er in den Uferzonen bei mindestens 15 °C Wassertemperatur, die optimale Temperatur ist 18 °C. Dazu müssen Wasserpflanzen vorhanden sein, an denen die Eier kleben bleiben. Bei 15 °C entwickelt sich der Laich etwa 5 Tage, bei 20 °C nur 3 Tage.
Die Larven sind an die 5 mm lang und kleben in der ersten Zeit, bis sie den Dottersack aufgebraucht haben, an den Pflanzen. Sie ernähren sich von Kleinplankton und stellen sich rasch auf Bodenorganismen um. Eine andere wichtige Nahrungsquelle sind auch Pflanzen und ihre Samen. Karpfen sind Schwarmfische, die den Winter an den tiefsten Stellen überdauern und in dieser Zeit keine Nahrung aufnehmen.
Karpfen sind wertvolle Nutzfische, doch wird die Wildform heute kaum noch gefangen, da ihre Bestände sehr niedrig sind. Doch ist ihre Erhaltung wichtig für eventuelle Kreuzungen mit den Kulturformen.